Was für Studenten gilt, gilt auf für Jugendliche, die eine sogenannte duale Ausbildung (2/3 im Betrieb, 1/3 in der Berufsschule) durchlaufen: Sie haben die Möglichkeit, einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland zu absolvieren. Laut Berufsbildungsgesetz sind Auslandsaufenthalte bis zu einer Dauer von maximal einem Viertel der Ausbildungszeit möglich. Bei einer dreijährigen Ausbildung kann der Auslandsaufenthalt also bis zu neun Monate dauern. Für viele Aufenthalte im Ausland gibt es auch eine sogenannte Erasmus+-Förderung. Sie kann zwischen zwei Wochen und zwölf Monaten dauern.

Im Ausland arbeitest Du in der Regel die meiste Zeit in Deinem Praktikumsbetrieb. Die Arbeitsabläufe, -materialien oder -zeiten können je nach Land variieren – z.B. wird in südeuropäischen Ländern oft eine längere Mittagspause eingelegt als in Deutschland und dafür abends länger gearbeitet, während die Skandinavier eher früher Feierabend machen. Lass Dich darauf ein und sei offen für Neues – diese kulturellen Unterschiede machen Deinen Auslandsaufenthalt erst richtig spannend!

Manche Auszubildende besuchen im Ausland erst noch einen Sprachkurs. Einige Kammern oder Berufsschulen schicken mehrere Azubis als Gruppe ins Ausland.

 

Die IHK Trier beispielsweise organisiert jedes Jahr zusammen mit der IHK Koblenz und dem European College of Business and Management (ECBM) einen dreiwöchigen Weiterbildungskurs zur Kauffrau/-mann international in London. Die nächsten Termine sind vom 9. bis 29. Juli 2017 und vom 1. bis 21. Oktober 2017. Auf dem Stundenplan des Kurses stehen neben Unterrichtsmodulen zu verschiedenen Themenblöcken auch Projektarbeiten und Exkursionen.

 

Die Inhalte der Unterrichtsmodule
sind unter anderem

Wirtschaft, Politik und Recht in Großbritannien

Marketing und Werbung im
Untited Kingdom (UK)

Globalisierung

Schriftliche und mündliche Kommunikation
am Arbeitsplatz

Interkulturelle (Wirtschafts-)Kommunikation

 

Ziel des Kurses ist es, einen Einblick in die britische Geschäftswelt zu bekommen und im späteren Berufsleben sicher und kompetent gegenüber internationalen Geschäftskunden auftreten zu können. Der praxisnahe Unterricht wird von muttersprachlichen Lehrkräften ausschließlich in englischer Sprache gehalten.
 
Wie ein solches Praktikum abläuft

und wie das Arbeiten im Ausland ist berichtet Matias Kodra, Auszubildender bei der IT-Haus GmbH in Föhren. Er war Teilnehmer des Kurses „London Calling“ 2016:

 

London
„Schon bei meiner Ankunft in London fiel mir auf: Die Londoner kleiden sich anders. Verglichen mit Berlin ist ihr Stil viel "smarter" - eben businessorientierter. Neben diesem meist professionellen Kleidungsstil traf ich dort aber auch auf ganz außergewöhnliche und ein bisschen verrückte Kleidungsstile, was London umso aufregender für mich machte. Dann war da noch die typisch britische Freundlichkeit. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich "excuse me" hörte – zum Beispiel, wenn jemand auf der Rolltreppe an mir vorbei wollte. Was jedoch alles toppte, war die Art und Weise, wie die verschiedensten Kulturen in London zusammenleben. Ob Inder, Türken, Albaner, Asiaten, Afrikaner, Amerikaner, Araber und Deutsche, alles ist dabei. Und: für diese Menschen scheint dieses multikulturelle Zusammenleben das Normalste der Welt zu sein, so als hätten sie nie anderes gelebt. Das zu sehen, war unglaublich beeindruckend – auch (aber nicht nur), weil man dadurch in London eine bunte Vielfalt an internationalen kulinarischen Spezialitäten vorfindet. Zuletzt will ich noch sagen: Auch zwei Monate würden nicht reichen, um alle Attraktionen der Stadt zu sehen. Also: In London wird es niemals langweilig.

 

Der Kurs:
„Die Lehrer waren hochmotiviert und engagiert, immer hilfsbereit und unglaublich begeisternd. Davon musste man angesteckt werden. Zudem haben wir zu Beginn des Kurses einen klar festgelegten Stundenplan erhalten. Auch hatten wir immer ausreichend Zeit für unsere Projekte wie beispielsweise die Abschlussarbeit, die wir innerhalb der drei Wochen in London anfertigen mussten.

Nach den Unterrichtsstunden konnten wir uns immer noch einmal mit unseren Lehrern zusammensetzen, um eventuelle Unklarheiten zu besprechen. Zudem hatten wir die Möglichkeit, auch außerhalb des Unterrichts einen Computerraum im College zu nutzen, um an unseren Abschlussprojekten zu arbeiten. Der Unterricht war verständlich und mit Humor gewürzt, so dass jeder mitkommen konnte und Spaß dabei hatte.

Für mich persönlich war der Kurs sehr hilfreich und trug in erheblichem Maße
zu meiner beruflichen Weiterentwicklung bei der IT -Haus GmbH in Föhren bei.
Das IT-Haus ist ein weltweit agierendes Systemhaus, das international aufgestellte Unternehmen mit
IT-Equipment beliefert. Da gehört Englisch und interkulturelle
Kompetenz einfach zum Repertoire eines jeden Mitarbeiters.
Last but not least wurde ich am Ende des Kurses mit dem Prädikat „Best performance“ ausgezeichnet, was mir einen weiteren Motivationsschub gab. Zu sehen, dass man auch in einem fremden Land, in einer fremden Sprache „mithalten“ kann, das war schon eine tolle Erfahrung.

Ich finde es einfach grandios, dass es die Möglichkeit eines Aufenthaltes im Ausland nicht nur für Studenten, sondern jetzt auch für Auszubildende gibt.“

Autor: IHK Trier

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