Brücke zum Ausbildungsplatz

 

Eine Einstiegsqualifizierung (EQ)
als Chance für Bewerber und Unternehmen

 

Die Noten des Abschlusszeugnisses zeigen nicht zwingend, wie gut Bewerber für bestimmte Ausbildungsstellen geeignet sind. So ging es beispielsweise Manuel Kuhn im vergangenen Jahr. Trotz schlechter Noten konnte er ein Praktikum bei der Firma Becker Energie-Systeme in Hermeskeil absolvieren, was ihm sehr großen Spaß machte. Auch die Firma war sehr angetan, wie Beatrice Becker erzählt: „Er hat uns während des Praktikums sehr gut gefallen und uns besonders hinsichtlich seines handwerklichen Geschicks positiv überrascht. Wir waren aber dennoch unsicher, ob er eine Berufsausbildung erfolgreich absolvieren würde.“


In solchen Fällen kann die sogenannte Einstiegsqualifizierung (EQ) helfen. Dabei erhalten Jugendliche die Möglichkeit, in einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten erste Inhalte eines Ausbildungsberufes, einen Betrieb und das Berufsleben kennen zu lernen. Sie dient daher als Türöffner für Ausbildung und Beschäftigung. Beantragt wird die EQ bei der Agentur für Arbeit. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, kann die EQ in die Wege geleitet werden und der Betrieb erhält finanzielle Unterstützung durch die Arbeitsagentur.

 

Es wird ein Praktikumsvertrag zwischen Unternehmen und Bewerber geschlossen. Dieser muss mit der jeweils zuständigen Kammer, also entweder der Handwerks- (HWK) oder der Industrie- und Handelskammer (IHK), abgestimmt werden. Der Betrieb zahlt eine Praktikumsvergütung, denn eine EQ ist ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Während der Dauer der EQ kann der Bewerber die Berufsschule besuchen. Am Ende erhält der Bewerber ein betriebliches Zeugnis und ein Zertifikat von der Kammer. Wenn alles gut läuft, kann der Bewerber aus der EQ heraus in ein Ausbildungsverhältnis übernommen werden. Je nach dem, kann der Zeitraum der EQ auch angerechnet werden, so dass sich die Ausbildungsdauer verkürzt.

„Die Beantragung der EQ-Maßnahme bei der Arbeitsagentur hat reibungslos funktioniert, genau wie der Vertragsabschluss mit der HWK“, erzählt Frau Becker. Bislang laufe alles sehr gut, auch der Bewerber Manuel Kuhn ist sehr zufrieden: „Ich habe die Möglichkeit den Beruf kennen zu lernen und mich zu beweisen. Die Arbeit macht mir großen Spaß und ich hoffe, bald mit der eigentlichen Ausbildung beginnen zu können.“ Wenn alles klappt, soll er im Sommer in die Ausbildung Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik starten.  

 

„Die EQ ist eine tolle Möglichkeit, um potenzielle Auszubildende besser kennen zu lernen und praktische Fähigkeiten zu testen. Sie ist als Brücke in die Berufsausbildung zu verstehen. Auch der Bewerber stellt fest, ob er den Anforderungen einer Ausbildung gewachsen ist, da er ja parallel die Berufsschule besucht. Die Arbeitsagentur Trier und die HWK Trier haben super mit uns zusammen gearbeitet und stehen bei Fragen jederzeit zur Verfügung.“

Interessierte Unternehmen und Bewerber können sich bei der Agentur für Arbeit, sowie der IHK oder der HWK jederzeit über die Möglichkeit einer EQ informieren.

 

 

Alle Fakten zur Einstiegsqualifizierung auf einen Blick!   

 

- Eine EQ können Bewerber unter 25 Jahren (bei Flüchtlingen unter 35 Jahren), die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, oder auch noch nicht ausbildungsreife Jugendliche, erhalten. Voraussetzung ist, dass die allgemeine Schulpflicht erfüllt wurde und noch keine abgeschlossene Ausbildung vorliegt.

 

- Die EQ ist ein Langzeitpraktikum mit einer Dauer von sechs bis maximal zwölf Monaten. Eine Übernahme in eine Ausbildung sollte angestrebt werden, ist aber kein Muss. Falls der Bewerber berufsschulpflichtig ist, besucht er parallel zur EQ die Berufsschule.

 

- Förderberechtigt sind alle privaten Arbeitgeber. Grundsätzlich ist die EQ für die Betriebe kostenfrei. Diese zahlen zwar eine Praktikumsvergütung, sind aber nicht verpflichtet, dass diese den Betrag von 231 Euro übersteigt, welchen Sie als Zuschuss von der Agentur für Arbeit erhalten. Zusätzlich zahlt die Arbeitsagentur auch noch einen pauschalisierten Anteil am Gesamtsozialversicherungsbetrag in Höhe von 116 Euro. Die vertraglichen Vereinbarungen zwischen Betrieb und Bewerber sind mit der zuständigen Kammer abzustimmen.

 

- Teilnehmer erhalten ein betriebliches Zeugnis, sowie ein Zertifikat der zuständigen Kammer.

 

Autor: Agentur für Arbeit Trier

 

 

Kontakt:


Berufsberatung der Agentur für Arbeit Trier
Agentur für Arbeit Trier
Dasbachstraße 9, 54292 Trier
Telefon: 0800 4 5555 00
E-Mail: Trier.Berufsberatung@arbeitsagentur.de

 

Thomas Mersch
Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier
Herzogenbuscherstraße 19, 54292 Trier
Telefon: 0651 97 77 360
E-Mail: mersch@trier.ihk.de

 

Petra Kollmann
Handwerkskammer (HWK) Trier
Loebstraße 18, 54292 Trier
Telefon: 0651 207 232
E-Mail: pkollmann@hwk-trier.de

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