Besserer Zugang zu Pflegeberufen

 

Die Ausbildung in der Pflege soll teilweise vereinheitlicht werden.
Das heißt, dass Auszubildende in Pflegeberufen sich demnächst nicht mehr am Anfang ihrer Ausbildung entscheiden müssen, ob sie in die Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege gehen. Das Kabinett hat am 13. Januar 2016 das Pflegeberufsreformgesetz verabschiedet. Der Bundestag hat sich am 18. März in erster Lesung mit dem Gesetzesvorhaben beschäftigt. Seitdem wird das Vorhaben sehr intensiv in verschiedenen Gremien diskutiert
Diese zukünftige Form der Ausbildung soll dann teilweise unter dem Begriff „generalistische Pflegeausbildung“ durchgeführt werden.
Die Ausbildung zur Alten- oder Kinderkrankenpflege sollen dadurch aber nicht abgeschafft, sondern erhalten bleiben. Zwei Jahre sollen für alle gemeinsamen Lerninhalte zur Pflege vermittelt werden. Danach, im dritten Ausbildungsjahr, können die Azubis die generalistische Ausbildung fortsetzen oder zwischen Kinderkranken- oder Altenpflege wählen. Einen Einzelabschluss in der Krankenpflege wird es künftig nicht mehr geben. Dieser wird dann zum generalistischen Abschluss umgebaut.
Das ermöglicht Auszubildenden der Alten- oder Kinderkrankenpflege, sich erst nach dem zweiten Ausbildungsjahr endgültig für einen der beiden Abschlüsse zu entscheiden.
Wer nach dem zweiten Jahr seine Ausbildungszeit beendet, kann den Abschluss zur Pflegeassistenz erlangen. Die anschließenden Einsatzmöglichkeiten sind flexibel.
Wer genau weiß, dass er in der Alten- oder Kinderkrankenpflege arbeiten will, kann weiterhin eine spezialisierte Ausbildung machen. Bis 2024 sollen Gesundheits- und Familienministerium die Anzahl der separaten Abschlüsse auswerten und dann noch einmal darüber diskutieren ob die eigenständigen Berufsabschlüsse auslaufen oder weitergeführt werden.
Alle Ausbildungswege sollen künftig unterschiedslos über einen gemeinsamen Ausbildungsfonds finanziert werden.
Wer die neue Ausbildung machen möchte, braucht einen Mittleren Schulabschluss oder eine zehnjährige allgemeine Schulbildung. Möglich ist die Ausbildung auch für diejenigen, die einen Hauptschulabschluss haben, wenn sie über weitere Qualifikationen verfügen. Das kann beispielsweise eine erfolgreich abgeschlossene mindestens zweijähriger Ausbildung oder eine einjährige Ausbildung in der Pflegeassistenz sein.

Autor: Bundesregierung, Pflegekammer Rheinland-Pfalz, Sabrina Lambers

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Obacht! Verlag GmbH